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Die Handlung von Rustin

Die afroamerikanische Bevölkerung staunt nicht schlecht, als US-Präsident John F. Kennedy 1963 in einer TV-Ansprache verkündet, dass er sich deutlich stärker für die Gleichberechtigung der marginalisierten Ethnien einsetzen will.

Damit Kennedy auch wahrlich sein Wort hält, hat Bayard Rustin einen Plan. Er will einen friedlichen Marsch gen Washington organisieren, an dem mindestens 100.000 Menschen teilnehmen. Ein sehr ambitioniertes Unterfangen, wenn man sich von der Skepsis einiger Unterstützer, darunter auch Bayards langjähriger Kollege Martin Luther King, einlullen lässt.

Doch Rustin bleibt davon unbeeindruckt und setzt die Organisation des großen Events fort. Und tatsächlich werden ihm dabei kaum Steine in den Weg gelegt, zumindest bis er sich in den Pfarrer Elias Taylor verliebt – zur damaligen Zeit ein Affront für die Kirchengemeinden, die ebenfalls den friedlichen Marsch unterstützt haben. Könnte dies ein Problem für die Protestaktion darstellen?


Kritik zu Rustin

So ziemlich jeder dürfte wissen, wer Martin Luther King ist, oder zumindest seine „I Have a Dream“-Rede kennen. Doch kennt von euch auch jemand Bayard Rustin? Die Anzahl derjenigen, die hier mit Ja geantwortet haben, dürfte beträchtlich geringer ausfallen.

Doch nicht mehr lange. Netflix hat in Zusammenarbeit mit dem einstigen Präsidentenpaar Michelle und Barack Obama das Biopic „Rustin“ auf den Weg gebracht – fast passend zum 60. Jubiläum des geschichtsträchtigen „Marsch auf Washington“, bei dem im August 1963 gute 250.000 Menschen friedlich protestierten. Ihr wisst schon, der Tag, an dem Martin Luther King seine weltberühmte Rede vorgetragen hat. Doch es war nicht King, der den Marsch angeleiert hat, sondern Bayard Rustin. Er hat all der Skepsis zum Trotz, die ihm und seinem ambitionierten Vorhaben entgegengebracht wurde – auch anfänglich von Martin Luther King, – den „Marsch auf Washington“ organisiert. Und es steckt noch mehr in dem Menschenrechtler, denn er war einer der ersten, die offen ihre Homosexualität ausgelebt haben.

Umso schöner ist es, dass mit „Rustin“ nun einer so starken Persönlichkeit ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. Da ist es natürlich förderlich, dass nebst der Obamas noch einige andere starke Namen am „Rustin“-Filmprojekt beteiligt waren. So oblag die Inszenierung dem „Ma Rainey’s Black Bottom“-Regisseur George C. Wolfe, für den Stars wie Chris Rock („Saw: Spiral“), CCH Pounder („Warehouse 13“) und Jeffrey Wright („Asteroid City“) liebend gerne protestieren gehen.

Das größte Lob gilt aber Colman Domingo. Der „Fear the Walking Dead“-Star übernimmt in „Rustin“ die Hauptrolle des Bürgerrechtlers und legt damit eine seiner beeindruckendsten Performances aufs Parkett. Wenn das nicht demnächst Awards regnet, dann fress’ ich einen Besen.

Eine kleine Anmerkung gibt es dann aber doch noch: Warum ausgerechnet der Marsch auf Washington? Die Biografie von Bayard Rustin beinhaltet weitaus mehr als nur seine Organisation dieses Mega-Events. Zum Glück wird er von Domingo verkörpert, sonst wäre die Persönlichkeit in dem ganzen Drumherum wahrscheinlich untergegangen. Lohnt sich, weil hiermit eine weniger bekannte, aber nicht minder beeindruckende Persönlichkeit gebührenden Respekt bekommt. Vor allem Colman Domingo ist eine Wucht. Das riecht nach Award-Segen.