Fantasyfilme


Fantasyfilme verbinden wir für gewöhnlich mit magischen und fantastischen Figuren, wie Drachen, Elfen, Zwergen, Zauberern und Hexen, doch das Genre umfasst noch weitaus mehr. So basieren viele der Filme auf literarischen Werken, die ganz neue Welten erschaffen und damit auch ganz neue Arten der Märchen- und Fabelwesen.

Gerade Märchen dienen oftmals als Vorlage für das Genre des Fantasyfilms, ob in ihrer klassischen als auch in ganz neuen Formen. Viele dieser Adaptionen finden sich zum Beispiel in den Filmen aus dem Hause Disney, das damit wahre Klassiker der Kinderunterhaltung hervorgebracht hat. „Cinderella“ oder auch „Maleficent - Die dunkle Fee“ zeigen jedoch auch, dass diese klassischen Erzählungen in der neueren Zeit auch ganz anders interpretiert werden können und dass mit dem Ende der Geschichte der Fantasie der Filmschaffenden noch lange kein Grenzen gesetzt ist.

Deutlich umfangreicher und fast schon episch sind hingegen die wohl größten Fantasy-Sagas unserer Zeit, zu denen vor allem „Der Herr der Ringe“, basierend auf den Romanen J.R.R. Tolkiens, und die „Harry Potter“-Reihe, der englischen Autorin Joanne K. Rowling, gehören. Was die Autor*innen in ihren umfangreichen Werken erschaffen, sind ganze Fantasy-Universen, die ihre filmischen Adaptionen eindrucksvoll auf die Leinwand bringen. Hierin finden sich nicht nur Referenzen auf alte Märchen und Sagen, sondern auch ganz neue einfallsreiche Schöpfungen, die den Fantasyfilm fundamental geprägt haben.

Maßgeblich für den Fantasyfilm sind allerdings nicht nur magische Wesen. Die Handlung der Filme ist zudem geprägt von imposanten Schlachten, tragischen Liebesgeschichten und Abenteuern jeglicher Couleur. Bei der Inszenierung spielen daher ausgefeilte Tricktechniken oftmals eine entscheidende Rolle, genauso wie das passende Make-Up und ausgefallene Kostüme. Dabei hat der Fantasyfilm in den letzten Jahren einen gewaltigen Sprung gemacht, wenn wir bedenken, wie kläglich, für seine Zeit jedoch eine enorme Sensation, doch der Drache in Fritz Langs „Die Nibelungen“ (1924) im Gegensatz zu seinem neueren Artgefährten aus „Der Hobbit“ wirkt.

Der deutsche Film hat jedoch darüber hinaus mit der Verfilmung von Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ einen wahren Fantasy-Klassiker geschaffen, der sich noch heute großer Beliebtheit erfreut und so manch eine Kindheit maßgeblich geprägt hat.

Doch der Fantasyfilm ist nicht unbedingt nur im kindgerechten Bereich zu finden, denn das Genre wird immer wieder zum Grenzgänger zwischen Fantasy und Horror, wie zum Beispiel Guillermo del Toro mit seinem fantastischen, aber gleichzeitig furchteinflößenden „Pans Labyrinth“ beweist. Der Film verbindet fantastische Elemente mit der brutalen Zeit des Franco-Regimes während des Spanischen Bürgerkrieges, was den Schrecken, den der Film vermittelt, erklärt.
Ebenso düster gestalten sich auch die Filme Tim Burtons, der mit seinen skurrilen Charakteren seinen ganz eigenen Stil zwischen Horror, Groteske und Fantasy geprägt hat. Zu nennen sind hier Filme, wie „Alice im Wunderland“, „Beetlejuice“ oder auch „Edward mit den Scherenhänden“.

Was Disney mit seinen Zeichentrickfilmen geschaffen hat, brachte das japanische Kino mit seinen außergewöhnlichen Animes zustande. Besonders das Animationsstudio Ghibli ist hier maßgeblich für einige der größten Fantasy-Klassiker verantwortlich, zu denen vor allem „Chihiros Reise ins Zauberland“, „Prinzessin Mononoke“ sowie „Das wandelnde Schloss“ gehören. Die Anime-Filme zeichnen sich nicht nur durch ihre innovative Gestaltung und eine ganz eigene Ästhetik aus, sondern behandeln ganz neue fantastische Geschichten, die nicht nur stark auf japanische Mythen und Sagen zurückgehen, sondern oftmals auch einen kritischen Standpunkt vertreten. So behandelt „Prinzessin Mononoke“ nicht nur den Konflikt zwischen den Menschen und den Bewohnern des Waldes, sondern macht dadurch auf die fortschreitende Umweltverschmutzung und die Ausbeutung der Natur durch den Menschen aufmerksam.

Wie der Name schon sagt, sind im Fantasy-Genre der Fantasie keine Grenzen gesetzt und so haben auch wir die Qual der Wahl, ob wir uns auf Fuchurs Rücken durch die Lüfte schwingen, mit Bilbo und Frodo auf Abenteuer gehen oder mit Harry die magische Welt von Hogwarts erkunden wollen.