„Anora“ war der unumstrittene Star des Abends! Der Independent-Film von Sean Baker dominierte die Verleihung mit fünf Auszeichnungen, darunter Bester Film, Beste Regie und Bestes Originaldrehbuch. Quentin Tarantino ließ es sich nicht nehmen, den Hauptpreis für den besten Film persönlich zu überreichen. Baker war sichtlich gerührt und schickte in seiner Dankesrede eine Liebeserklärung an den Independent-Film: „Wenn ihr Indie-Filme macht, hört nicht auf! Wir brauchen mehr. Dies ist der Beweis.“
Die größte Überraschung des Abends? Mikey Madison! Die Newcomerin gewann in ihrer ersten Hauptrolle den Oscar als Beste Schauspielerin und ließ damit die hochgehandelte Demi Moore („The Substance“) hinter sich. Ihr Part als impulsive Sexarbeiterin in Brooklyn, die eine stürmische Ehe mit dem Sohn eines russischen Oligarchen eingeht, überzeugte die Academy.
Adrien Brody gewann 22 Jahre nach „Der Pianist“ seinen zweiten Oscar als Bester Schauspieler in „Der Brutalist“. Seine Dankesrede war tiefgründig: „Ich bete für eine gesündere, glücklichere und integrativere Welt“, sagte Brody auf der Bühne. „Und ich glaube, wenn uns die Vergangenheit etwas lehren kann, dann ist es die Erinnerung, Hass nicht ungehindert zuzulassen.“ Emotion pur. In den Nebendarsteller-Kategorien setzten sich Zoe Saldaña („Emilia Pérez“) und Kieran Culkin („A Real Pain“) durch.
Für Filmgeschichte sorgte auch der lettische Beitrag „Flow“, der als erster Film seines Landes einen Oscar für den besten Animationsfilm gewann. Bei den technischen Kategorien räumte „Dune: Part Two“ mit Siegen in den Bereichen bester Ton und beste visuelle Effekte ab – keine Überraschung bei einem Sci-Fi-Epos dieses Kalibers. Der Preis für den besten Song ging an „El Mal“ aus „Emilia Pérez“, während Paul Tazewell für seine Kostüme in „Wicked“ geehrt wurde.
Abgerundet wurde das Spektakel von Conan O’Brien, der als neuer Oscar-Moderator sein Debüt gab und mit seiner Mischung aus scharfem Humor und charmantem Chaos für jede Menge Lacher sorgte. Unterm Strich war es ein Oscar-Abend mit großen Momenten, neuen Rekorden und einem klaren Gewinner: „Anora“ – der Indie-Film, der Hollywood eroberte.
