Conan O'Brien leitete die 98. Ausgabe der Academy Awards im Dolby Theatre in Hollywood gestern mit gewohnter Lässigkeit und erstklassigem Witz – das Video von seinem Intro-Monolog findet ihr unten. Generell fühlte sich die Oscarverleihung 2026 so entspannt und ruhig wie nie zuvor an – keine emotionalen Ausreißer, kaum Überraschungen, insgesamt einfach eine sichere Nummer. Das perfekte Setting also, wenn man bedenkt, wofür die Oscars früher mal standen: Extravaganz. Zum ersten Mal seit vielen Jahren lief endlich mal wieder alles nach Plan in Hollywood.
Wirklich überraschend war da sicherlich nur ein Award: Amy Madigan nahm den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle entgegen – für ihre kultverdächtige Performance im 2025er Horrorhit „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“. Überraschend deshalb, weil die Academy bisher eher einen Bogen um das Horrorgenre gemacht hat und in jüngerer Vergangenheit so denkwürdige Auftritte wie Toni Collette in „Hereditary – Das Vermächtnis“ schlichtweg ignorierte. Mit Blick auf die Oscars 2026 gab's da aber endlich ein Umdenken: Inklusive Madigans Preis gingen ganze acht Oscars an das Horrorkino!
Über allem thronte da gestern Abend natürlich Michael B. Jordan für seine Doppelrolle in Ryan Cooglers „Blood & Sinners“, der sich unter anderem gegen Leonardo DiCaprio und den im Vorfeld stark favorisierten Timothée Chalamet durchsetzen konnte. Insgesamt räumte „Blood & Sinners“ vier Oscars ab. Auch Guillermo del Toro war mit seiner ganz eigenen Netflix-Interpretation von „Frankenstein“ mal wieder erfolgreich, drei Preise aus einigen der technischeren Kategorien nahm der Film gestern Abend entgegen. Als beste Hauptdarstellerin wurde dann auch noch Jessie Buckley für ihre Rolle in „Hamnet“ ausgezeichnet. Das Drama von Chloé Zhao war in zahlreichen Kategorien vertreten, musste sich aber fast überall gegenüber „One Battle After Another“ geschlagen geben. Als erfolgreichster Oscarfilm 2026 war wurde das gefeierte Werk von Paul Thomas Anderson gleich sechsfach ausgezeichnet, unter anderem als bester Film, für die beste Regie und die beste männliche Nebenrolle in Person von Sean Penn.
Erfolgreichstes Label neben Warner Bros. war derweil Netflix – dank „KPop Demon Hunters“.
