Die Handlung von Sweat

Aus dem Nichts hat sich Raimund (Detlev Buck) vor Jahren seinen Traum vom eigenen Fitnessstudio erfüllt. Was mal als Bude mit zwei Geräten und ordentlicher Portion Zuversicht begann, mauserte sich bald zu einem angesagten Treff für Fitnessbegeisterte. Doch die goldenen Zeiten der Perle sind längst vorbei. Heute geben sich Jutta und Horst die Klinke in die Hand, junges Publikum kann Raimund einfach nicht für die Perle gewinnen. Um sein Studio zu retten, geht Raimund kurzerhand den modernen Marketing-Weg... und engagiert Theo Anders (Phil Laude) einen kriselnden Fernsehschauspieler, der sich mehr schlecht als recht als Influencer versucht.

Die Crew der Perle ist natürlich nicht sonderlich begeistert von der Tatsache, dass Raimund ihnen einfach einen Klick-Geier wie Theo als Chef vor die Nase setzt. Und auch Theos Ideen, die die Perle retten sollen, verschlimmbessern die Situation eher...


Kritik zu Sweat

Moment mal. Eine überzeugende Comedy-Serie... von den Öffentlich-Rechtlichen? Yessir, auch ein blindes Huhn findet manchmal ein Korn. Nachdem YouTube-Comedian Phil Laude mit seiner ersten ARD-Produktion „Almania“ eher mäßig überzeugen konnte und dabei lediglich seinen ausgedienten Boomer-YT-Content recycelte, kommt er mit „Sweat“ jetzt stärker zurück denn je. Als ehemaliger Fernsehstar und struggelnder Influencer Theo Anders soll er seinem Buddy und Geschäftspartner Raimund, erstklassig gespielt von Detlev Buck, dabei helfen, sein sinkendes Schiff von einem Fitnessstudio wieder auf Kurs zu bekommen.

Hamburg, Raimunds Perle!

Dass „Sweat“ schon 2023 im Free-TV lief und zeitgleich still und leise in der ARD Mediathek geparkt wurde, tut dabei besonders weh. Da hat die ARD respektive der SWR endlich ein vielversprechendes Produkt für eine jüngere Zielgruppe im Angebot, vergisst aber mal wieder komplett, es angemessen zu vermarkten. Wobei: Marketing hat den Jungs von Kleine Brüder und ihrer Reality-Mockumentary „Player of Ibiza“ auch nicht groß geholfen. So müssen wir einfach hoffen, dass die sechs Folgen jetzt bei Netflix nachträglich zünden – zum Glück für „Sweat“ hat das große rote N immer noch einen Exklusivdeal mit der ARD.

Zu sagen, dass   die beste Workplace-Comedy seit „Stromberg“ ist, wirkt dabei großspurig, ist aber alles andere als übertrieben. Von der ersten Sekunde an bist du drin in der verschwitzten, abgenutzten Bodyfit-Hölle der Perle, wo es definitiv mal gut lief – nur heute eben nicht mehr. Phil Laude spielt den nervigen Influencer gewohnt stilsicher – im Prinzip einfach ein Mix seiner vielen Kunstfiguren – und auch der übrige Cast macht seine Sache verdammt gut. Sogar Ingrid-von-Indeed-Fuzzball Tina Pfurr passt hier überraschend gut rein.

Lohnt sich, weil sich der Rundfunkbeitrag hier endlich mal bezahlt macht. „Sweat“ macht Spaß, eckt an und hält allen Gens von Z bis X mit ironischem Witz den Spiegel vor. Gern mehr davon, ARD und SWR!